
Jeder weiß, dass der Mensch vier Weisheitszähne hat. Aber warum heißen sie eigentlich Weisheitszähne und warum müssen sie bei so vielen Menschen gezogen werden?
Weisheitszähne heißen so, weil sie frühestens im Alter von ca. 15 Jahren ausbrechen, manchmal auch erst viel, viel später. Da die Zähne also erst im fortgeschrittenen Alter kommen, heißen sie Weisheitszähne. Ob man mit 15 Jahren schon besonders weise ist— darüber kann man sicherlich diskutieren. Zahnärzte nennen sie „8er,“ weil sie vom Schneidezahn gezählt an Nr. 8 stehen (siehe auch den Beitrag Das Zahnschema: Wegweiser für den Zahnarzt).
Diese 8er kommen so spät, da auch die Mundhöhle bei Kindern noch mitwächst und der Kiefer erst im jugendlichen Alter komplett ausgebildet ist. Wieso müssen die Weisheitszähne dann so oft kurz nach Durchbruch wieder entfernt werden? Dies hat einen evolutionären Hintergrund: Früher, als der Mensch noch jagte, haben die Menschen Fleisch unverarbeitet zerkaut. Es war also notwendig, viele Zähne und ein kräftiges Gebiss zu haben. Bis heute haben sich die Essgewohnheiten der Menschen verändert, und der Kraftaufwand für das Zerkleinern von Nahrung ist bei gekochter Nahrung viel geringer als bei roher.
Dadurch wurde der menschliche Kiefer im Laufe der Zeit immer kleiner und schmaler. In unserer Zeit ist für die spät ankommenden 8er bzw. Weisheitszähne deshalb oft kein Platz mehr im Kiefer: Wenn sie durchbrechen, drücken sie die anderen Zähne oft zusammen. Um ein Verschieben der Zähne zu verhindern, werden die Zähne dann gezogen. Heutzutage ist dies übrigens ein Routineeingriff und oft keine große Sache.
Natürlich: Wenn die Weisheitszähne keine Schmerzen bereiten und der Kiefer genug Platz bietet, gibt es auch keinen Grund, sie zu entfernen.

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